Schön, dass Du da bist!

Gestern saß ich in der Sauna mit Blick über den Öresund und hab mich gefreut über diese Ruhe und mir ist wieder einmal aufgefallen, wie ich ununterbrochen denke. Über alles, was noch zu tun ist und alles, was passiert ist. Wir denken jeden Tag rund 60.000 Gedanken, davon ist ein Großteil negativ (bis zu 70%).
Daher geht der Trend in Richtung positives Denken. Das ist auch ein schöner Ansatz, kann aber stressig werden, weil wir werden es nicht schaffen, unsere 60.000 Gedanken 100% positiv zu bekommen.
Darum geht es auch gar nicht. Es war ein Befreiungsschlag für mich zu lernen, dass die Anzahl oder Qualität meiner Gedanken nicht unbedingt eine Auswirkung auf meine Lebensqualität oder meinen inneren Frieden hat, sondern eher meine Beziehung zu meinen Gedanken. Nutze ich meine Gedanken? Bin ich am Ruder oder lass ich mich vollständig von ihnen einnehmen und BIN meine Gedanken?

Unser Verstand ist auf Problemlösung und Überleben programmiert. Aber das ist ein anstrengender Standardmodus, den wir nicht mehr brauchen. Es wird kein Säbelzahntiger um die Ecke kommen.

Meine zwei Tipps für eine liebevollere Beziehung zu Deinen Gedanken:

Erstens: Mach Dir Deine Gedanken zu Nutze.
Sende Deine Energie dahin, wo sie gebraucht wird. Manifestiere Deine Zukunft. Schick Aufmerksamkeit an Stellen in Deinem Körper, die geheilt werden sollen. Dein Körper kann nicht unterscheiden, ob Du eine Situation erlebst oder denkst. Jeder Gedanke ist ein Erlebnis für Deinen Körper. Auch wenn Du dir Sorgen machst oder über die Vergangenheit trauerst. Dein Körper erlebt es. Er kennt keinen Unterschied zwischen Vergangenheit uns Zukunft. Es ist immer Jetzt.

Zweites: Beobachte Deine Gedanken.
Ich lebe in einem Mehrfamilienhaus, in dem ich gezwungenermaßen meine Nachbarn manchmal hören kann. Ich kann ihre Stimmen hören, aber nicht was sie sagen. Auf diese Distanz schicke ich meine Gedanken auch: Ich lass sie dort sein, wo sie sind, erkenne aber an, dass die Story nichts mit mir zu tun hat, ich nicht zuhören muss, weil es nicht für mich bestimmt ist. Und es hat auch nichts mit meinem Jetzt zu tun. Der Verstand ist quasi der Kommentator unseren Lebens. Der Kommentator beim Fußball kann auch erst kommentieren, wenn der Ball gespielt wurde oder er wenn er in die Zukunft prognostiziert. Er kann nicht das Jetzt kommentieren.So ist es auch mit unserem Verstand – er ist nur ein Kommentator. Mein Lehrer sagt immer: See the thoughts, don’t be the thoughts! 🙂

Und wir haben sie ja alle, diese Gedanken, die nichts mit der Wahrheit zu tun haben uns aber vollständig leiten.

Frage Nummer zwanzig:
Welcher Gedanke hält Dich in einer limitierten Version von Dir selbst?

Ein paar Klassiker, die wir alle kennen:
Ich habe nichts zu geben. Ich kann das nicht. Ich bin nicht gut genug. Ich bin nicht wichtig. Ich muss hart arbeiten, um anerkannt zu sein. Ohne Fließ keinen Preis. Ich falle zur Last. Ich muss stark sein. Ich bin nicht erwünscht. Ich bin dumm.

Die Liste kann ewig weitergehen. Es hilft auch, dem Kind einen Namen zu geben, in diesem Fall der Story in Deinem Kopf. Ich hab zum Beispiel die Story „Ich brauch Liebe und Anerkennung von Außen.“ Wenn es wieder los geht mit: Du musst dies machen oder mehr machen, um gesehen/geliebt zu werden… dann kann ich entspannter sagen: Ah, die Story wieder. Verstanden.
Also manchmal zumindest. 😉

Das war jetzt viel mehr als ich dazu sagen wollte, aber ich war im Flow und daher passts 🙂

Frage Nummer zwanzig:
Welcher Gedanke hält Dich in einer limitierten Version von Dir selbst?

Ich freue mich unendlich auf Deine Antwort. Und ich verspreche, ich antworte auf jede Mail. Sei nur nachsichtig mit mir, falls es nicht sofort ist.

Dankbarkeit und Liebe
Nora